PolskiEnglishDeutsch
Startseite
Ola lernt Schweißen

Die junge Frau erlernt diesen schweren Beruf, um sich in Zukunft künstlerisch verwirklichen zu können. Olga ¦migielska nimmt seit zwei Wochen an einem Schweißkurs am Bildungsunternehmen Mieczys³aw Czajkowski teil. Die Ausbildung endet am 28. Dezember, und dann darf sie vor einem Vertreter der Schweißaufsicht aus Gliwice ihr während des Kurses erworbenes praktisches und theoretisches Wissen nachweisen. Wenn sie die Prüfung besteht, erhält sie ein EU-Zertifikat. Dieser „Schweißerpass“ berechtigt zur Berufsausübung in allen EU-Ländern und wird in drei Sprachen ausgestellt: französisch, englisch und deutsch.

Schweißen ist nur das Präludium
Olga wohnt in Zalewa. Vorübergehend, wie sie selbst betont, denn sie plant einen Umzug nach Zatyki. Von diesem Kurs hat sie beim Arbeitsamt des Kreises erfahren. Sie hat sich angemeldet, was allerdings nicht bedeutete, dass sie gleich angenommen werden musste. Es gab nur zehn Ausbildungsplätze, aber viermal so viel Kandidaten (lauter Männer). Olga jedoch gehörte zu den glücklichen zehn. Nach Aussage von Herrn Czajkowski hat sie den Wettbewerb schon im Vorlauf gewonnen.
- „Zu den zehn kommen noch 21 Landwirte hinzu, die bei uns Schweißen lernen. Olga ist die einzige Frau im Kurs”, sagt Mieczys³aw Czajkowski. „Am ersten Tag rief uns eine Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt an und fragte, ob Olga sich bewähre, ob sie nicht etwa nach zwei, drei Tagen wieder aufhören werde. Ich sagte ihr, sie werde die Letzte sein, die aufhört. Sie hat von Anfang an Talent bewiesen. Olga wurde sehr gut bei uns aufgenommen. Man sieht, dass sie sich hier wohl fühlt. Sie schafft es, da bin ich sicher.

 

Eine präzise Frauenhand
Die Arbeit eines Schweißers gehört nicht zu den körperlich schwersten. Trotzdem braucht man eine entsprechende Veranlagung dazu, ja, sogar Talent.
„Nach Ansicht von Experten sind gerade Frauen die besten Schweißer“, erklärt Czajkowski. Dabei geht es, wie man sich denken kann, um eine feinfühlige, präzise Hand und die Einstellung zur Arbeit. „In der Werft lassen sie die schwierigsten Schweißarbeiten von Frauen ausführen.“

Einmalige Kunstwerke herstellen
Interessant sind vor allem Olgas Gründe, schweißen zu lernen. Ihr geht es nicht allein um die Berufsausbildung, sondern in erster Linie um den Erwerb dieser Fähigkeiten. Es ist nämlich kein Geheimnis, dass Olga sehr begabt ist und Künstlerin werden will. Später möchte sie Gebrauchskunst herstellen.
„Bisher hatte ich noch nichts mit dem Schweißen zu tun, doch die Arbeit gefiel mir sofort”, bekennt Olga. „Ich fühle mich hier wohl, meine Kollegen sind sehr nett. Ich habe ernsthafte Zukunftspläne, die indirekt eng mit diesem Beruf verbunden sind. Ich will Gebrauchsgegenstände herstellen, z.B. originell gestaltete Betten, die einmalig sind. Eine Massenproduktion kommt gar nicht in Frage. Jeder Gegenstand wird als Einzelstück produziert. Und irgendwo musste ich ja anfangen. Ich denke, bei diesem Kurs werde ich Übung gewinnen.” Wir drücken der jungen Künstlerin und ihren Lebensplänen schon einmal die Daumen.

Künstlerische Ader vom Vater
Ihre künstlerischen Interessen hat Olga wohl vom Vater geerbt. Andrzej ¦migielski, ein Jazz-Conférencier, ist häufiger Gast beim Jazzfestival „Z³ota Tarka” (der Herr mit Hut und der charakteristischen heiseren Stimme). Auch er beschäftigt sich mit bildender Kunst, nur mit anderen Materialien: Ihn interessiert das Schnitzen.

 

Quelle: http://ilawa.wm.pl/